Erfahrungsgemäß ist es für den Buchhaltungsanfänger nicht immer leicht zu unterscheiden, was denn nun ein Debitor und was ein Kreditor ist. Dass der Oberbegriff „Personenkonten“ ist und es sich um Bezeichnungen für Kunden und Lieferanten handelt, das ist jedem schnell klar, aber oft stellt sich die Frage: „Wer ist wer?“
Definitionen von Wikipedia:
Debitoren: „[…]in der Debitorenbuchhaltung: Der Vertragspartner, für den eine Leistung erbracht wird und dem gegenüber deshalb eine Forderung aus Lieferungen und Leistungen besteht.[…]“
Kreditoren: „[…]Gläubiger (Kreditgeber) […] durch gegen offene Rechnung erfolgte Lieferung und/oder Leistung […]“
Warum Personenkonten?
Müssen Umsätze und Aufwendungen zu dem Zeitpunkt erfasst werden, zu dem sie entstehen (Bilanzierung), so lauten die Gegenkonten „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“ und „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen“.
In Unternehmen, die über einen größeren Kunden- und/oder Lieferantenstamm verfügen, ist es in der Regel jedoch üblich, Personenkonten einzurichten. Nur so ist es oftmals möglich den Überblick über die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber bestimmten Kunden oder Lieferanten zu behalten. So entsteht ein sogenanntes Nebenbuch zur Buchhaltung: Das Kontokorrentbuch.
Daraus ergibt sich, dass
die Summe aller Debitorenkontensalden dem Saldo des Kontos Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und
die Summe aller Kreditorenkontensalden dem Saldo des Konto Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
entsprechen muss.
Wie wird dies in der Buchhaltung umgesetzt?
Zu Zeiten des amerikanischen Journals wurden ausgehende und eingehende Rechnungen in der Tat einmal im Hauptbuch erfasst und einmal im Kontokorrent. Diese „doppelte Erfassung“ nehmen uns moderne DV-gestützte Buchhaltungssysteme ab. Buchungen auf den Personenkonten (im Kontokorrent) werden automatisch auf die Sammelkonten (im Hauptbuch) übertragen.
Buchungssätze
Ausgangsrechnung an einen Kunden über 2.380,00 € incl. 19% USt
Buchung im Jorunal:
2.380,00 € Debitorenkonto
an 2.000,00 € Umsatzerlöse
an 380,00 € USt
Automatisch wird daraus folgende Eintragung im Hauptbuch generiert:
2.380,00 € Forderungen aus LuL (im Soll)
2.000,00 € Umsatzerlöse (im Haben)
380,00 € Umsatzsteuer (im Haben)
Eingangsrechnung eines Lieferanten über 107,00 € incl. 7% USt
Buchung im Journal:
100,00 € Wareneinkauf / Kosten
7,00 € abziehbare Vorsteuer
an 107,00 € Kreditorenkonto
Automatisch wird daraus folgende Eintragung im Hauptbuch generiert:
100,00 € Wareneinkauf/Kosten (im Soll)
7,00 € abziehbare Vorsteuer (im Soll)
107,00 € Verbindlichkeiten aus LuL (im Haben)
Fotos: © Manfred Jahreis / PIXELIO