Donnerstag war mein erster Tag in der Berufsschule. Ich war so aufgeregt, dass ich viel zu früh dort eintraf.
Nun musste ich warten …, nur wo?
Ich sah drei Mädchen auf einer Bank im Gelände sitzen, die auch auf den Unterrichtsbeginn warteten. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und fragte sie nach dem Zimmer, wo ich hingehen soll. Zum Glück waren sie echt freundlich und sagten mir, dass ich am Eingang eine Tafel finde, wo die Zimmernummern dran stehen.
Gut, ein Problem gelöst, doch mein zweites Problem war: “Wo ist denn bitte der Eingang?“
Doch auch diese Frage beantworteten Sie mir mit einem Lächeln im Gesicht (dennoch glaube ich, dass sie mich bestimmt auslachen wollten).
Was soll’s.
Durch den Eingang hindurch traf ich an der Tafel ein weiteres Mädchen, das genauso wie ich aus der Tafel nicht schlau wurde.
Durch ein kurzes gemeinsames Suchen fanden wir endlich das Zimmer und erhaschten uns die besten Plätze, bevor die anderen kommen. Gaaaaaaaaanz weit hinten am Fenster ist doch immer der schönste Platz. Leider wusste ich in diesem Moment nicht, dass es so nicht bleiben würde.
Fünf Minuten vor 8.00 Uhr traf ein weiteres Mädchen ein. Es wunderte mich, dass wir jetzt nur zu dritt in diesem Zimmer saßen. Weitere zehn Minuten vergingen und keiner gesellte sich dazu.
Irgendwie dachten wir drei, dass wir wahrscheinlich das falsche Zimmer gewählt hatten. Also machte ich mich auf den Weg und suchte einen Lehrer. Mir kam es so vor, dass die Lehrer „reiß aus“ nahmen, sobald sie mich sahen und ich musste ihnen noch hinterher rennen. Doch endlich fand ich jemanden, den ich fragen konnte.
Und nun kam der große Schock: „ Nein nein, ihr seid richtig, ihr seid bloß zu dritt. Geh bitte zurück ins Zimmer, euer Lehrer kommt gleich“, meinte die gute Frau.
Und meine Gedanke war: „Das ist jetzt’n Scherz oder?“
Aber es war keiner.
Mein schöner Platz war dahin und ich musste mich der Realität stellen.
Aber ich dachte mir, was soll’s, es hätte durchaus schlimmer kommen können … oder?
Fotos: © Manfred Jahreis / PIXELIO
Rubrik: Tagebuch einer Auszubildenden