Ein Tag in Sachsen

21. August 2009, Anke Buhl

Ich freute mich schon länger auf diesen Tag und endlich war es soweit. Meine Kollegin, unsere beiden neuen Auszubildenden und meine Wenigkeit starteten an einem sonnigen Morgen in Richtung Sachsen.

Während der Fahrt plauderten wir ausgiebig über DIES und DAS und hofften ohne Stau durch die zahlreichen Baustellen ’gen Sachsen zu kommen. So eine Fahrt ist doch immer recht abenteuerlich, da man vorher nie weiß, wieviel neue Baustellen aus dem Nichts noch aufgetan wurden, um den Verkehr auf deutschen Autobahnen -natürlich pünktlich in der Ferienzeit- auch recht schön zäh fließen oder stehen zu lassen. Aber wir blieben davon verschont und kamen unbeschadet bei den Kollegen in Sachsen an.

Zuerst statteten wir der Kanzlei einen Besuch ab, dort herrschte aber leider in den meisten Büros gähnende Leere – Urlaubszeit! Ich war von dem alten Gebäude sehr beeindruckt, hatte mir doch meine Kollegin vor geraumer Zeit erzählt, das es zu DDR-Zeiten ein Gebäude der damaligen Stasi war und heute als ein eindrucksvolles, schön renoviertes Kanzlei-gebäude erstrahlt.

KOLDIDann ein paar Schritte über die Straße ins „KOLDI-Büro“ und ich wurde ein zweites Mal in meinem neuen Job von den großen Kursivlettern am Eingang „Clever archivieren und buchen“ empfangen. Einen sehr freundlichen und herzlichen Empfang erhielten wir dann auch von unseren Kollegen, die uns sofort Kaffee anboten und die neue Auszubildende (seeehr nett und aufgeschlossen) hatte für unser leibliches Wohl gesorgt. Nach dieser kleinen Stärkung sollte es nun ans Eingemachte gehen, denn schließlich waren wir nicht zum Vergnügen in Sachsen. Uns stand eine Schulung zum Thema „Internet-Marketing mit Web 2.0 WebBlogs“ bevor und schon erschien der Schulungsleiter, Herr Dr. Krauß, seines Zeichens Unternehmensberater aus Chemnitz, der diese Schulung leitete.

Nach einem kurzen Kennenlernen ging’s ins Eingemachte. Äußerst interessant fand ich seinen – fast schon geschichtlichen – Rückblick über die Entstehung und Entwicklung (bis heute) des WWW. Und gerade dieser Rückblick hatte mich nachdenklich gestimmt, so dass ich auf der Heimfahrt am Abend meine Gedanken darüber schweifen ließ.
Fakt ist doch einfach, wir befinden uns in einer sehr schnelllebigen Zeit, die Technik verändert sich in rasanter Geschwindigkeit und man vergisst/verdrängt viele Dinge, wie und wann sie sich entwickelt UND im Laufe der Jahre verändert haben. Die neueste Technik, die neuesten Kommunikationsmöglichkeiten alles ist selbstverständlich für uns, ob im beruflichen oder privaten Bereich. Sie erleichtern uns vieles, lassen uns effizienter arbeiten.

Aber wer kann sich denn heute noch vorstellen, wie es wäre, wenn man nicht mehr goggeln oder twittern, sich im Netz in Foren nicht mehr austauschen könnte?. Wäre man ein völlig kontaktloses und isoliertes Individuum, wenn man kein Handy mehr hätte? Würde man keine Musik mehr hören, wenn’s den IPod nicht gäbe? Würden wir nicht mehr miteinander kommunizieren ohne PC und Notebook? Und der gute alte handschriftliche Brief hat ausgedient, schade eigentlich, genauso wie die Postkarte aus dem Urlaub, da schreibt man heute ’ne SMS und womöglich noch ein und dieselbe an alle. Schließlich braucht man ja nur ein Häkchen zu setzen, wer die Urlaubsgrüße aus Spanien bekommen soll!

Nun zurück zu Herrn Dr. Krauß, der mit jeder seiner Erläuterungen immer mehr in Fahrt kam. Man merkte schnell, er war in seinem Element und weiß genau, wovon er spricht! Er erklärte uns die Nutzung von Suchmaschinen, die Möglichkeiten der Verlinkung mit bzw. von anderen Websites. Wir erhielten Einblick in die individuelle Gestaltung eines Webblogs, die Themenvielfalt, die Möglichkeiten Plugins (Bausteine zur Erweiterung) einzusetzen.
Völlig neu waren für mich (und sicherlich für einige andere Schulungsteilnehmer auch) die Begriffe wie Pingdienste, Pingback, Trackback, Tags, More Tag. Sehr anschaulich brachte uns Herr Dr. Krauß diese Kommunikationsmechanismen nahe, die wir nun versuchen in unserem Webblog umzusetzen, um „da draußen“ auf uns aufmerksam zu machen.

Jetzt kommt die Stelle, wo der eine oder andere Leser dieses Tagebucheintrages schnell mal den einen oder anderen Begriff googelt.

Kurzum denke ich, hat jeder der Teilnehmer das eine oder andere Wissenswerte aus dieser Schulung für sich mit nach Hause nehmen können. Herr Dr. Krauß hätte sicherlich seine Ausführungen noch ausweiten können, aber uns vier stand die Heimfahrt ja noch bevor.

Nach einer gemeinsamen Kaffeepause (ein lieber Dank an die nette Azubine für den Kuchen!!) und Smalltalk mit den neuen Kollegen, traten wir die Rückreise an. Mit im Gepäck die Gedanken an einen interessanten Schulungstag (Herrn Dr. Krauß sei dank) und die netten Gesichter der Kollegen aus Sachsen. Es ist doch immer viel angenehmer und entspannter, wenn man zu der netten Stimme am anderen Ende der Leitung „noch ein Gesicht vor Augen hat“.

Und IMMER LÄCHELN BEIM TELEFONIEREN.

Ich freu mich auf den nächsten Tag in Sachsen.

Fotos: © KOLDI

Rubrik: Mitarbeiter-Tagebücher

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