Mittlerweile können wir wohl behaupten, dass wir angekommen sind. Nach einem Besuch des Koldi-Büros in Braşov am Samstag mit Besichtigung der Räumlichkeiten, Installation diverser Software-Updates und einer Kurzschulung der Kollegen dort, haben wir am Nachmittag gemeinsam mit Emanuel die Stadt unsicher gemacht. Wir schlenderten durch die Altstadt, fuhren mit der Seilbahn auf die Zinne (mit einem sagenhaften Blick auf die Stadt) und besichtigten die alten Wehrtürme auf der gegenüberliegenden Seite der Altstadt. Emanuel wusste uns viel zu berichten über die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt mit Umgebung sowie den demographischen Wandel. Thomas, der auch aus Rumänien stammt, konnte das ein oder andere aus vergangenen Zeiten ergänzen.
Am Abend stieß Cristian wieder zu uns und wir gingen gemeinsam in einem typisch rumänischen Restaurant essen. Ein durch das Restaurant wandernder Akkordeonspieler stellte fest, dass wir aus Deutschland sind. Er erzählte uns, dass er selbst zwei Jahre in Deutschland (Bayern) gelebt hat und wünschte uns „bon appetit“, was uns doch etwas stutzig machte. Aber die Volkslieder, die er anschließend spielte, waren eindeutig deutscher Herkunft.
So klang ein wirklich schöner und ereignisreicher Tag in gemütlicher Runde aus.
Trotz der vielen erklommenen Berge hatten wir noch lange nicht genug. Am heutigen Sonntag traf Thomas alte und neue Bekannte aus seiner Heimat, während Cristian sich als Fremdenführer betätigte. Er zeigte André und mir die wunderschönen Karpaten von oben. Wir fuhren von Busteni mit der Seilbahn zur Bergstation Cabana Babele auf 2200 m Höhe. Alleine die Aussicht aus der Seilbahn war schon schön, was uns jedoch auf dem Gipfel erwartete, war überwältigend. Das Wetter besserte sich zusehends und uns bot sich ein beeindruckendes Panorama. Dank der Windstille und der wärmenden Sonne am wolkenlosen Himmel konnten wir uns lange Zeit auf dem Gipfel aufhalten und die Aussicht genießen.
Zudem bestaunten wir die Gesteinsformationen, die von der Natur geformt auf dem Plateau stehen. Selbstverständlich mussten wir uns vor dem berühmtesten ablichten lassen. Diese Gesteinsformation sieht aus wie ein Gesicht und ist eine Art Wahrzeichen Rumäniens, wie uns Cristian erzählte.
Wieder im Tal angekommen, fuhren wir ein Stück weiter und besichtigten ein Schloss, dessen Name mir entweder aufgrund der doch langsam aufkommenden Müdigkeit nicht mehr in Erinnerung ist, oder aber Cristian hat ihn uns versehentlich verschwiegen. Leider war das Gebäude selbst abgeriegelt und wir mussten uns mit einem Blick aus der Ferne begnügen. Sehenswert war es dennoch und auf dem Heimweg ließen wir die tollen Eindrücke des Tages noch einmal auf uns einwirken. Der Abend wird in aller Ruhe ausklingen, damit wir morgen munter den Weg nach Sibiu (Hermannstadt) antreten können, um dort eine Softwarefirma zu besuchen, mit der wir zusammenarbeiten.
t.b.c.
Rubrik: Mitarbeiter-Tagebücher