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23. Januar 2012, André Barth

Nutzen und Gefahrenpotentiale des Cloud Computing

Cloud © Gerd Altmann / PIXELIOSchon länger wird mit dem Begriff „Cloud Computing“ oder nur „Cloud“ auf verschiedenen Wegen geworben. Damit wird ein Modell bezeichnet, bei dem Unternehmen oder private Nutzer Rechenleistung und Anwendungen beziehen können, wenn Bedarf besteht. In Rechenzentren, die sich an verteilten Standorten („Cloud“ = engl. Wolke) befinden, wird der benötigte Speicherplatz und die Software dauerhaft zur Verfügung gestellt. Der Anwender zahlt nur für die Zeit, in der er die Anwendung nutzt oder den Speicherplatz in Anspruch nimmt.

Daraus ergeben sich weitreichende Vorteile:

  • Auf die benötigten Anwendungen kann man mobil von unterwegs aus zugreifen. Über das Internet ist der Zugriff von überall auf der Welt möglich.
  • Man bezahlt nur dann, wenn man die Anwendung oder Rechenleistung wirklich benötigt. Hierdurch lassen sich bei Unternehmen bis zu 30% der Kosten sparen, die man sonst für den Kauf oder laufende Nutzung bezahlen würde.
  • Die Anwendungen werden zentral im Rechenzentrum gewartet und neue Updates gesamtheitlich eingespielt. Ein Eingriff von Seiten des Nutzers ist damit nicht mehr notwendig, wodurch viel Zeit und Geld gespart wird.

Aufgrund dieser Vorteile ist das Konzept von Cloud Computing gerade für kleine und mittlere Unternehmen interessant. Sie müssen  in der Entwicklung und im Wettbewerb mit Konkurrenten Schritt halten. Dazu sind jedoch kostenintensive Ressourcen notwendig, z.B. wenn eine neue Software-Version der genutzten Anwendung gekauft, installiert und betreut werden muss. Dieser Zeit- und Kostenaufwand wird durch das Cloud Computing enorm reduziert, weil eine Installation sowie ein vorheriger Kaufpreis entfällt. Die neue Anwendung ist in der „Wolke“ sofort verfügbar und Kosten fallen nur bei der direkten Nutzung an.

Ein weiteres Szenario, welches in vielen kleinen Unternehmen auftritt:

Die genutzten Systeme sind älter und langsamer geworden. Nach vielen Jahren entscheidet man sich für eine Neuanschaffung. Bei der Kaufplanung darf man jedoch nicht nur den heutigen Stand sehen: Das Unternehmen möchte sich weiterentwickeln und im nächsten Jahr einige Mitarbeiter mehr einstellen. Daher kauft man mehr Software sowie leistungsstärkere Hardware, die aber (vielleicht) erst nächstes oder übernächstes Jahr benötigt wird. Für diese vorübergehend nicht genutzten Geräte und Anwendungen fallen trotzdem sofort Kaufpreis und laufende Lizenzkosten an.

Diese Beispiele zeigen, dass gerade für kleine und mittlere Unternehmen das Konzept des Cloud Computing eine interessante und kostensparende Methode ist, um im aktuellen Wettbewerb mit größeren Konkurrenten mitzuhalten. Cloud Computing ist daher kein abstrakter Begriff mehr, sondern erweitert die Handlungsfähigkeit im Unternehmensalltag.

Allerdings gibt es, wie bei vielen neuen Konzepten, Gefahrenpotentiale und Sicherheitsrisiken, welche man beachten muss, um sie entsprechend zu vermeiden. Viele Dienstleister bieten bereits ein Cloud-Konzept an, dieses ist aber oftmals mit sicherheitstechnischen Risiken behaftet. Bei der Auswahl eines Cloud-Dienstleisters sollte man daher auf folgende wichtige Kriterien achten:

  • Einhaltung hoher Sicherheitsstandards, welche durch eine qualifizierte Zertifizierung abgesichert sind.
  • Der Datenzugriff durch Unbefugte muss ausgeschlossen sein.
  • Die gespeicherten Daten müssen auf Servern in Europa oder Deutschland gelagert werden. Nur hier gelten die strengen Datenschutzrechte.

Die Verbraucherschutzministerin Frau Ilse Aigner (CSU) sagte dazu kürzlich im Handelsblatt: „Besonders große Unternehmen, die viele Kundendaten verarbeiten, sollten Clouds nur sehr restriktiv und nur nach eingehenden Sicherheitsüberprüfungen nutzen.“ (Handelsblatt, 08.12.2011, Seite 30)

Der Kunde muss daher genau überlegen, welche Daten er bei welchem Dienstleister ablegt. Fragen Sie doch Ihren Dienstleister einmal nach den drei genannten Punkten!

Foto: © Gerd Altmann / pixelio.de



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